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Pflanzen

Jakobskreuzkraut – schön und giftig

Leuchtend gelbe Blüten des Jakobskreuzkraut an Wegrändern, Böschungen, Brachflächen oder Ruderalstellen sind Anziehungspunkte für viele Insekten und Teil der einheimischen Pflanzenwelt. Die Hauptblütezeit ist Juni bis August, in der Eifel beginnt die Blüte manchmal schon Mitte Mai. Gefährlich für Weidetiere wird die Pflanze wenn sie sich ungehindert auf Wiesen und Weiden ausbreiten kann.

Jakobskreuzkraut ist 2 jährig bis ausdauernd. Im ersten Jahr bildet sich nur eine Blattrosette am Boden, die aber bereits giftig ist. Erst vom 2. Jahr an bilden sich die typischen auffälligen 30 – 100cm hohen Blütenstände. Die Blüten sind leuchtend gelb und sind kleinen ganz gelben Margeritenblüten ähnlich. Das Zentrum bilden Röhrenblüten umgeben sind sie von 13 Zungenblüten. Der Blütenstiel verzweigt sich nach oben, so dass an einem Stiel oben viele Blüten fast flächig nebeneinander sind.

Das Jakobskreuzkraut, aber auch die Verwandten, wie z.B. das Raukenblättrige Kreuzkraut und das Wasser-Kreuzkraut enthalten Pyrrolizidin Alkaloide. Diese sind giftig. Der Giftgehalt ist im Jakobskreuzkraut besonders hoch. Das Gift reichert sich in der Leber an und führt schlimmstenfalls zum Tod. Die tödliche Dosis für Pferde liegt bei 40-80 g / kg Körpergewicht, bei Rindern bei 140 g / kg Körpergewicht. Schon bei regelmäßiger Aufnahme in kleinen Mengen wird die Leber geschädigt und es kommt zu chronischen Krankheitsprozessen.
Neben dem Giftstoff enthalten die Pflanzen auch einen Bitterstoff, der die meisten Weidetiere davon abhält die Pflanze zu verzehren. Die Bitterkeit entwickelt sich zunehmend, so dass Jungpflanzen kaum bitter aber trotzdem giftig sind. Der Bitterstoff wirkt auch bei der Fütterung in Heu oder Silage nicht mehr, die Giftigkeit bleibt aber erhalten.

Eine Ausbreitung auf Wiesen und Weiden sollte daher vermieden werden. Die erste Maßnahme ist die Samenbildung verhindern. Eine Pflanze allein bildet mehrere 1000 Samen die bis zu 20 Jahre keimfähig sind. Wie Löwenzahnblüten werden die Samen vom Wind weit verbreitet. Der Blütenstand sollte daher vor der Samenbildung geschnitten und entsorgt werden, bei einzelnen Pflanzen z.B. im Hausmüll. Einfaches Abschneiden und Liegenlassen der abgeschnittenen Pflanzenteile reicht oft nicht aus, da es noch zu einer Nachreife der unreifen Samen kommen kann.
Eine weitere Maßnahme ist das Ausgraben. Wichtig ist hier alle Wurzeln zu entfernen, da Kreuzkräuter aus Wurzelresten neu austreiben können.
Wiesen und Weiden sollten keine offenen Bodenstellen haben. Das Jakobskreuzkraut ist konkurrenzschwach und kann sich in einer dichten Wiese nicht etablieren, sondern nur auf offenem Boden ohne Konkurrenzpflanzen. Da Jakobskreuzkraut auch giftig für Menschen ist, sollten bei der Entfernung des Krauts Handschuhe getragen werden.

Mehrere Landwirtschaftskammern (z.B. Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland) aber auch das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Julius-Kühn-Institut (Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen) informieren daher im Internet zum Umgang mit Jakobskreuzkraut.

Ausführliche Information findet sich unter:
https://www.julius-kuehn.de/media/Veroeffentlichungen/Flyer/Jakobs-Kreuzkraut.pdf


Merkwürdige“ Pflanzen

Kein bisschen Grün, sehen eher aus wie vertrocknet. Was hier blüht ist die Ginster – Sommerwurz. Alle Sommerwurzarten sind nicht photosynthesefähig. Sie können sich nicht selbst ernähren, sondern brauchen dazu eine Wirtspflanze, die sie mit Nahrung versorgt.
Ein einzige Sommerwurzpflanze kann bis zu 300.000 winzige Samen bilden, die mit dem Wind verstreut werden und lange im Boden überleben können. Trotzdem sieht man sie nur selten, denn jede Sommerwurz kann nur wachsen, wenn die Keimwurzel der Sommerwurz auf eine geeignete Wirtswurzel trifft. Die Ginster – Sommerwurz benötigt als Wirtspflanze eine Ginsterart, meistens findet man sie in Verbindung mit dem Besenginster.

Flechten – Gemeinsam Leben auf extremen Standorten

Flechten sind Lebensgemeinschaften. Sie sind ein System aus Pilzen und Algen oder aus Pilzen und Cyanobakterien. Als Lebensgemeinschaft besiedeln sie Orte, an den sonst nichts wachsen würde. Sie wachsen auf Steinen und Felsen, auf Zaunpfählen oder Baumrinden. Sie ernähren sich von Licht, Luft und Wasser.



Algen und Cyanobakterien sind zur Fotosynthese fähig. Sie können mit Hilfe von Lichtenergie durch eine chemische Reaktion aus Kohlendioxid und Wasser Nährstoffe herstellen und Sauerstoff bilden. Damit ernähren sie sich selbst und die Pilze. Die Pilze sorgen für eine festen Halt auf dem Untergrund und schützen vor Austrocknung. So können sie gemeinsam an extremen Standorten leben.


Flechten sehen ganz verschieden aus. Sie sind flächig oder strauchartig verzweigt, blasig oder trichterförmig. Es gibt sie in vielen verschiedenen Farben. Sie wachsen sehr langsam, meist nur wenige Millimeter im Jahr und sie werden sehr alt. Auf Grönland gibt es eine Landkartenflechte die über 4500 Jahre alt ist.

Wenn Flechten auf Bäumen wachsen schaden sie den Bäumen nicht, denn sie sind keine Parasiten. Sie ernähren sich nicht von den Bäumen, sondern wachsen nur auf der Rinde.

Manche Flechten haben Heilkräfte und werden in der Medizin verwendet, z.B. Isländisch Moos bei Erkältungskrankheiten.
Die meisten Flechten wachsen nur dort wo die Luftqualität sehr hoch ist, daher sind vielen von ihnen gefährdet und stehen auf der Roten Liste.


Sumpfvergissmeinnicht

Blau und Gelb, im Frühling wird die Welt wieder bunt

Blau und Gelb leuchtet es jetzt an feuchten Stellen. Sumpf-Vergissmeinnicht und Sumpfdotterblumen haben trotz des kalten April nun an geschützten Stellen ihre ersten Blüten geöffnet. Bei einem Spaziergang am Steinbach oder am Rodenbach kann man sie entdecken. Der Name Vergissmeinnicht erinnert an den Volksglauben, dass verliebte Menschen blaue Augen haben. Die Blumen wurden daher als Liebes- und Treuebeweis verschenkt.

Sumpfdotterblume

Die Fremdbestäubung der Sumpfdotterblume erfolgt durch Insekten. Es kommt aber auch zur Selbstbestäubung. Sumpfdotterblumen schließen bei Regen ihre Blüten nicht. Das Regenwasser sammelt sich in den Blüten und steigt dort an. Wenn es auf gleicher Höhe wie die Narben und Staubbeutel steht, kommt es zu einer Selbstbestäubung, man nennt das auch Regenbestäubung. Die Samen der Sumpfdotterblume sind schwimmfähig und breiten sich an den Wasserläufen entlang aus.

blühende Haselnuss

Die Haselnuss kennt wohl jeder, früh im Jahr blüht sie bereits. Die auffälligen langgestreckten Kätzchen sind aus vielen Einzelblüten zusammengesetzt. Wenn die Haselnusskätzchen voll erblüht sind, geben sie jede Menge gelben Blütenstaub ab. Dies kann man gut sehen, wenn man eine Blüte anstößt. Damit sich Haselnüsse bilden, müssen die weiblichen Blüten befruchtet werden. Diese sind sehr unauffällig und man muss gut suchen, um sie zu entdecken. Sie sehen den Knospen der Blätter sehr ähnlich, allerdings strecken sie oben die roten Narben der Blüte heraus.
Zur Blütezeit der Haselnuss fliegen oft noch keine Insekten, die Bestäubung erfolgt daher durch den Wind. Die Windbestäubung ist erfolgreich, da die Haselnuss zur Blütezeit noch keine Blätter hat.

weibliche Blüte
männliche Blüte

Rund um Wawern gibt es verschiedene Glockenblumen:
Die Ackerglockenblume sieht man häufig an verschiedenen Standorten. Die rundblättrige Glockenblume und die Wiesenglockenblume sieht man auch noch öfters. Die pfirsichblättrige Glockenblume ist selten zu sehen, die Knäuelglockenblume sehr selten.