Projekt 2025 – Schwalbenhaus

Im Rahmen dieses Projektes wurde ein Schwalbenhaus konstruiert und aufgestellt.

Was ist ein Schwalbenhaus und welchen Zweck hat es?

Normalerweise hilft sich die Natur selbst und die Schwalben bauen sich ihre Nester für die Aufzucht des Nachwuchses selbst. An dieser Stelle muss zuerst festgehalten werden, dass es zwei Arten von Schwalben gibt. Die einen bevorzugen frei zugängliche Räume (z.B. Ställe) und bauen ihre Nester auf Balken, Vorsprüngen oder ähnlichem. Das sind die X-Schwalben. Die anderen „kleben“ ihre Nester typischerweise unter Dachüberstände, das sind die Y-Schwalben. Für letztere ist unser Schwalbenhaus gedacht. Aber wieso? Ganz einfach, auch hier nimmt der Mensch Einfluss und verschlechtert die Lebensbedingungen. So werden die aus Lehm mühsam an Hauswänden angebrachten Nester oft entfernt. Dies ist zwar verboten, aber auch in einem gewissen Maß verständlich, da die Schwalben eine ziemliche Sauerei beim Füttern ihrer Kleinen machen. Man kann dies reduzieren, indem ein Kot-Brett unterhalb der Nester montiert wird. Komplett vermeiden lassen sich die Verschmutzungen aber nicht.

einbetonierter Mastfuß
Foto: H.J. Thome

Das Schwalbenhaus bietet deshalb Nistmöglichkeiten an einer Stelle, wo die Verkotung der Umgebung kein Problem ist, also abseits der Bebauung. Das eigentliche Haus ist eine Holzkonstruktion mit Dach, die in etwa einem Gebäude nachempfunden ist. Um die erforderliche Höhe von etwa 3-5m zu erreichen, wird das Schwalbenhaus auf einen Holzmast montiert, der seinerseits entsprechend im Boden verankert werden muss.
Wir haben dazu Stahlträger im Boden einbetoniert, da die anfallenden Windlasten nicht zu unterschätzen sind. Die Konstruktion wurde so angefertigt, dass der Mast über ein Drehgelenk befestigt ist und in der senkrechten Postion mit entsprechenden Wangen fixiert wird. Zu Wartungszwecken lässt sich das ganze auch wieder zum Boden ablassen. Dies entspricht in etwa den üblichen Konstruktionen für Maibaumständer.

Schwalbenhaus – noch am Boden
Foto: H.J. Thome

Der Holzmast hat einen Durchmesser von fast 20 cm das Schwalbenhaus wurde sechseckig ausgeführt mit einem Durchmesser von rund 2,5 Metern.
Die Konstruktion besteht aus einem umgekehrt treppenförmigen Sechsecks, die die Hauswände nachbilden. Hier ist oben Platz für ca. 24 Nester. Darunter, nach innen versetzt, ist Platz für 18 weitere Nester. Das sind also die „Hauswände“. Damit das ganze regengeschützt ist, wurde darüber ein Dach gesetzt, welches über die „Hauswände“ hinausgeht.

Nester vor der Montage

Um die Schwalben anzulocken, haben wir bereits einige Nester gebaut und diese an den „Hauswänden“ unterhalb des Daches montiert. Falls dies nicht reichen sollte, können die Schwalben selbst weitere Nester an den frei gebliebenen Flächen anbringen. Dies machen sie aus feuchtem Lehm, der später hart wird und fest an der Wand klebt.
Unsere Nester sind aus Holzzement, dies ist eine Mischung aus Sägespänen, Zement und Kalziumchlorid, die innerhalb weniger Tage hart wird.

Nun hoffen wir, dass die Schwalben ihr neues Heim auch finden und reichlich Nachwuchs haben werden.

Übrigens: die X-Schwalben heißen Rauchschwalben, die Y-Schwalben werden Mehlschwalben genannt. Mehr dazu demnächst in unserer Naturecke.

Das Schwalbenhaus nach der Errichtung